11.20.09
Wiccan Ways – „Message“ und wie es weitergeht
Nunja, Message ist nicht gerade der Begriff der Wahl, Botschaft liegt mir eigentlich näher, aber worum gehts in Wiccan Ways eigentlich?
Grundsätzlich um etwas, das in der letzten Episode von Star Trek The Next Generation Thema war: Die Möglichkeiten der Existenz.
Letztlich der Grund warum in der Story auch auf dem Buffyverse und meiner Alternative und der ewige Frage, ob Buffy wieder hätte zum Leben erweckt werden sollen und wie es sich mit Taras Weiterexistenz in der Version und dies eine wichtigen Teil im Leben der anderen Figuren darstellt.
Beginnen wir, indem wir das Pferd ein wenig von hinten aufzäumen, nämlich einer möglichen Episode in der Zukunft, in der Faith im Mittelpunkt stehen soll, welche mit heute einfiel.
Faith ist in Wiccan Ways, wie sich herausgestellt hat, Taras Schwester (warum sie weggegeben wurde von der Familie und so fort wird irgendwann auch aufgeklärt und im Gegensatz zu Mutant Enemy war Taras Erscheinen für Willow weitaus entscheidender, aber das liegt daran, dass beide eine Geschichte haben von sie und sie als Leser, noch nichts ahnen….).
Deswegen dachte ich an eine Episode, die mehrere Zeitabschnitte und Dimensionen überschneidet und der derzeitige „working title“ dafür lautet „Hunter in the Time“, eine Reminiszenz an H.P. Lovecrafts „Hunter in the dark“. Zur Erklärung, der Horrorautor, welcher Cthulhu-Mythos schuf lebte zu Beginn des 20. Jahrhunderts (näheres zu seiner Person in eine späteren Artikel), war allerdings xenophob, also ein Mensch mit Fremdenangst bzw. Fremdenfeindlichkeit – eine Anlehnung an einen Fremdenhasser? In dieser Geschichte? Letztlich ein Hinweis, dass Wiccan Ways eine Botschaft hat, nämlich die, das Fremde und andersartige nicht zu fürchten. (Anm. Lovecraft wird irgendwann höchstselbst auftreten und trotz der rassistischen Untertöne in vielen seiner Geschichten, sind diese wohl mit das Beste auf dem Horro-Sektor).

In der besagten Episode soll, so angedacht, Faith von zwei jungen Frauen aus der Zukunft rekrutiert werden, um Fehler in der Vergangenheit bzw. in der alternativen Version zum WW-Universum, also dem Buffyverse auszubügeln – soweit die erste Überlegung, die sich allerdings als etwas anderes entpuppen wird, denn Faith wird den Trip nicht nur einmal machen. Dies ist angelehnt an eine Geschichte von Pierre Christin & Jean-Claude Mézières aus der Reihe Valerian und Veronique (Org. Valerien et Laureline), nämlich dem Band „Trügerische Welten“.

Die Valerian und Veronique Story dreht sich um zwei Zeitagenten aus der Zukunft, die u.a. versuchen im Namen der Erde gewisse Geschehnisse in der Vergangenheit zu berichtigen.
In der WW-Episode sollen dies die beiden Nachkommen von WW-Charakteren sein, nämlich einerseits Faiths Tochter und einer detr Töchter von Williow & Tara. Womit ich schon etwas vorwegnehme, allein das Ergebniss kann man ggf. sogar enthüllen, wichtiger ist die Reise dahin. Faith wird mit dem Tod ihrer Schwester im Buffyverse konfrontiert; zwar ist hier auch wieder das Thema Tara zu finden, allerdings geht es um die Auswirkungen auf Faith, die bis dato keine richtige Familie hat.
Womit wir bei einem wichtigen Thema von Wiccan Ways wären: Familie.
Denn die Figuren sollen sich als solche sehen und zusammenraufen, es geht darum die Familie am laufen zu halten. Wie sagte Buffy „We are family.“ Rückblickend auf das Buffyverse ist dieser Zeile auch schon trügerisch und die Anlehnung an „Trügerische Welten“ ein Wink zum Thema des letzten Artikels. Allerdings halte ich es tatsächlich mit dem Babylon-5-Erfinder Straczinsky und werde, wenn Spoiler erwähnt sind, den Leser nicht anlügen.
Es ist durchaus möglich, dass angekündigte Storyplots wegfallen können, aber das soll grundsätzlich keinen Einfluss auf die Figurenkonstellation haben, was uns zum Thema der Verantwort bringt, denn, ein Aspekt, den Robert A. Black in seinen Essays erwähnt ist der, dass eine Geschichte einer breiten Gesellschaft zuzuteilen, auch Verantwortung mit sich bringt, da das Mitteilen von Information jeglicher Art moralische und ethische Implikationen mit sich bringt. Damit möchte ich nicht sagen, dass ich perfekt bin, aber ein verantwortunsgvoller Umgang birgt z.B. die Frage, die man sich stellen muss:
Kann ich das so machen?
Und diese Frage begleitet mich seit Jahren. Auch wenn man sagen mag „Man, wieso geistert dem das immer noch durch den Kopf?“ – Ganz einfach „Wiccan Ways“ ist noch nicht abgeschlossen und, selbst wenn ich einmal wieder BtVS sehen werden sollte, würde dies dazu führen, dass ich unweigerlich daran erinnert werde.
Nun, also Existenz wurde erwähnt als Thema – dies bezieht sich auf die Möglichkeiten der Existenz und dahingehend ist der Widerstreit zwischen dem Buffyverse und dem WW-Verse ein wichtiger Bestandteil, da in Wiccan Ways völlig andere Wege beschritten werden, was die Bedeutung der Figuren angeht.
Willow ist sicherlich auf Seiten der Schurken derzeit, allerdings wird sich ihre Figur zu etwas weit größerem Entwickeln. Man denke nur an die ominösen Schriftrollen bzw. Willows eigenes Buch der Schatten, dies wird in Teilschritten in etwas gipfeln, dass ihre Person und damit auch Taras (und auch Dawns, sowie anderer Figuren) in ganz anderem Licht dastehen lässt.
Und Tara? Eigentlich genug über sie gesagt zu haben, wäre ein Statement derzeit, es sei nur nochmals anzumerken, dass sie das Göttliche repräsentiert.
Dawns Entwicklung geht von der Schwester zu der Frage was mit Buffys Ausspruch „She is me“ gemeint ist und wie sie ihre Zukunft lösen wird – die Wahl, die sie natürlich nicht hat, denn bin ich selbst jener Mann hinter dem Vorhang, der die Strippen in der Hand hält, wird die richtige sein. Nicht unbedingt zu ihrer Freude, sicherlich dramatisch (nicht tragisch im eigentlichen Sinne), aber erschüttern und logisch zugleich. Ich erinnere hier nur an den Arthus-Zyklus.
Und wer ist dafür verantwortlich? Gott, die Götter, das Schicksal oder doch jemand anderer, von dem die Betreffenden nicht gedacht hätten, dass er ihr Schicksal schon geschrieben hat?
Es geht um Existenz.
Es geht um Entscheidung und Schicksal – Wiccan Ways trägt als Untertitel „A chosen destiny“; welch ein Widerspruch. Oder doch nicht? Nun, man wird es bald erfahren.
Es geht aber auch um den Umgang mit der Verantwortung – etwas, das im Hinblick auf gerade genannten Aspekt einen gewichtigen Anteil mit sich bringt.
Und somit auch die Frage, wie Beziehungen gesehen werden.
Man möge mir glauben, dass der ein oder ander bereits auf der Abschussliste stand, allerdings nach kurzem Insichgehen wieder von dieser entfernt wurde; hier ist der Dialog mit den Figuren wichtig. Kurz: wie wichtig ist mir eine Figur.
Wichtig sind mir die zentralen Figuren und Paare UND, dass muss unterstrichen werden, sie sind nicht zufällig teils lesbisch, nicht etwa, weil ich Whedon zeigen will, was ne Harke ist, sondern weil ich es so entschieden habe bzw. die Vorgabe, aus der Wiccan Ways entstand dies auch z.T. implizierte. Willow & Tara sind lesbisch, Frey und Vesta auch (wenngleich Vesta auch bisexuelle Neigungen bekundet hat) und das sollen sie verdammt nochmal sein, ebenso wie andere Paare hetero sind, und damit ist das anders sein, im Konkreten „homosexuell sein“ ein Teil der Figuren und somit jede Entwicklung auch im Hinblick darauf beschlossene Sache ohne, dass ich je großartig Lob und Preis eingefahren hätte und dann doch tue, was mir beliebt, sondern weil ich es für das grundsätzlich richtige halte.
Und entsprechend in der Geschichte sich wiederfindend ist Verantwortung ein Thema, denn die Figuren werden herrausfinden, dass sie einen wesentlichen Anteil der Verantwortung tragen.
Besonders Faith. Aber man wird sehen und schon recht bald, da ich eine Teil-Auflösung bereits in Episode 2.4 bringen werde.
Doch was ist das Richtige?
Im Hinblick auf die Entwicklung kann ich nur sagen: besagte Paare werden nicht sterben, Tara wurde allerdings auch in WW erschossen (und im Grunde Willow auch – womit die magische Kugel, keine ist..die Kugel prallt, bei Austritt nunmal auf das nächste Hindernis), wenngleich der Hintergrund ein anderer gewesen ist und eine Notwendigkeit für IHRE Figur und für Willows Figur gewesen ist… es trug also zur Charakterentwicklung von Tara bei bzw. wäre, wenn es denn endgültig gewesen wäre, im Hinblick auf ihre Figur und nicht andere Figuren geschehen. Wenn also jemand von den wichtigten Personen, welche mit einem ausreichenden Hintergrund ausgestattet wurden, sprich sie eine Persönlichkeit sind (sogenannte „echte“ Figuren) stirbt in Wiccan Ways, dann hat es primär etwas mit der Figur zu tun, nicht mit dem Umfeld – dies soll stets nur ein Nebeneffekt sein, denn wenn man „echte“ Figuren schafft, dann muss man mit ihnen auch auf einer entsprechenden Ebene umgehen. Wenn eine Figur nur dazu da ist zu sterben, dann wird diese nie eine herausragende Person sein.
Wie geht es mit Willow und Tara weiter? Der Tod ist in WW nicht endgültig, denn, entgegen der Meinung, der Tod sei die einzige Konstante im Universum, sehe ich das nicht so, denn ohne Leben gibt es keinen Tod.
Es geht also noch weiter mit dem Paar und die Wiccan Ways Lösung wird ein lachendes und ein weinendes Auge mit sich bringen.
Und Frey und Vesta? Die andere feste Größe, die nun unverrückbar als zweites (lesbisches) Paar dasteht. Sie werden ihr Schicksal erfüllen und was darüberhinaus das „Leben“ für sie bereithält, das mag sich ein jeder selbst denken… da ist mir ein offenes Ende doch lieber, weil sich jeder selbst etwas ausdenken kann.
Angedacht ist auch eine Doppelepisode, die in eine Art Spiegeluniversum spielen sollen, einem, ja gab es schon, „Nazi“-Universum, indem diese durch eine besondere Art von Vampiren dargestellt werden. Ob und wie es genau dazu kommen wird, kann ich nicht sagen, allerdings ist es nicht unwahrscheinlich, da diese Vampire und die derzeitige Bedrohung durch die sogenannten Wraith…

Ich hoffe diese Themen bearbeiten zu können in Zukunft.
Ein Thema steht allerdings so fest wie das Amen in der Kirche:

Das wird eine der interessantesten Konfrontationen….
PS: die in letzte Zeit wenig aktive Frey wird demnächst wieder auftreten, keine Sorge.
Das alte Lied… (oder: Von der „Normalität“)
…möchte man sagen; doch erst heute bin ich abermals auf das Klischee der toten/bösen Lesbe aufmerksam geworden und obwohl ich es eigentlich meiden wollte, muss ich dazu doch nochmal etwas schreiben.
Zu einem Artikel, der noch immer in den Tiefen des Netzes herumgeistert ist kaum etwas zu sagen, ich sage kaum, denn es gibt einen Punkt, der leider nicht bedacht wird, welcher in einem älteren Artikel von mir angeschnitten wird, der hinzuzufügen wäre.
Das alte Klischee, auf das man sich bei Mutant Enemy nicht einlassen wollte:
Doug Petrie (Sci-Fi Universe 2/21/00): „Willow and Tara are going to have a good, happy, satisfying relationship. That’s something that we’re more acutely aware of and we definitely don’t want to touch on ‘being a lesbian is bad.’ We’ve all seen shows where if you have any kind of gay tendencies, you must be killed or made to suffer for no other reason other than you’re gay. We’re hyper aware of that, so we’re more predisposed to have things work out for Willow and Tara. In fact, if Tara were a guy, I would predict a near 100 per cent chance of a breakup for Willow. The fact that Tara is not a guy may make things work out better, because we can avoid what we feel is this old cliché.“
Joss Whedon (Bronze Beta 5/24/00): „…one post from a gay or questioning teen saying the show helped them is worth six hundred hate letters…Here’s the word: Tara’s not gonna disappear. She’s part of the show, part of Willow’s life.“
Steven DeKnight (Bronze Beta 1/25/02): „As for Tara getting killed–OVER MY DEAD BODY!“
und dann doch zum einfachsten und zudem Klischee, auch noch dass man sich dessen bewusst war, zu greifen ist der krümelige Bodensatz der Serie eines säuerlich schmeckenden Kaffees. Tara war für Mutant Enemy ein nützlicher Idiot, eine Figur, die nur Funktion hatte und kein „echter“ Charakter. Zitat aus dem Artikel: „From this, one can only conclude that ME didn’t view Tara as a „real person“ at all. She was a disposable object and she was treated as such.“ Und die Umstände ihres Ablebens sind nunmal ein Klischee – dumme Frage, an welcher Stelle habe ich nicht aufgepasst?
An diese Aussage lässt sich allerdings etwas anhängen, was der Autor bzw. die Autoren im späteren Teil des Artikels etwas relativierten, leider muss man sagen, denn ihre These ist stark auf das Klischee selbst ausgelegt, was natürlich mit das wichtigste Argument, ist, andere werden dabei leider etwas ausgeblendet. Würde man die zitierte Aussage lediglich darauf beziehen, dass es sich um einer „Minoritäten“-Figur handelt, sprich Lesbe, ist dies sicherlich wahr.
Darüber hinaus aber ebenso wahr ist der Umgang mit Figuren: Charaktere, die man sterben lässt, weil man es kann, liegen einem nicht wirklich am Herzen, sie sind nur Objekte des kurz- oder langfristigen Nutzens. Dummerweise verkörperte Tara (bzw. die Beziehung mit Willow) aber nicht nur ein Symbol für eine bestimmte Gruppe von Menschen, die man getreten hat wie man nur konnte (es sei hinzugefügt, dass ich selbst mich nicht zu jenen zähle, wohl aber Freunde habe, die homosexuell sind) wohl wissend, was in den Leuten los ist, nein Tara verkörperte für andere, nicht-homosexuelle auch ein gewisses Licht in der Serie. Und im Zusammenhang mit Buffys Wiederkehr auch dem Umgang mit dem Thema „Wie man andere behandelt. Also normal.“
Ich höre die Gegenargumente bereits „Ist wichtig für die Story“ „Es geht doch um Buffy“ „Whedon’s Baby“ oder auch sehr hübsch „So ist nunmal das Leben.“ Nein, so ist der Mensch, aber das nur am Rande.
Die Argumente der Gegenseite gehen im Prinzip alle in die Richtung, dass man jede Figur so normal behandelt wie alle andere. Und somit man als Autor auch normal (im Sinne von alles gleich zu behandeln) sein darf. Endlich normal sein. Ein Arschloch sein wie alle anderen. Frei nach dem Motto: Wenn andere sowas können, warum sollte man sich da besser verhalten.
Normalität ist also erst dann erreicht, wenn man genauso jemanden mies behandelt, wie alle andere das ja auch tun.
An dieser Stelle sei zugegeben, selbst mir sind diese Gedanken schon gekommen, leider haben sie jenen säuerlichen Beigeschmack, den ich bereits erwähnte, nämlich dem menschlicher Arroganz, welche menschlich sein mag, aber dies keine Ausrede ist, um so zu sein.
Würde der Mensch nämlich nicht versuchen besser sein zu wollen als er ist, was wäre er dann?
Sagen wir es einmal so: Selbst Tiere sind humaner, fairer als der Mensch. Was wäre dann der Mensch? Darüber will ich nicht nachgrübeln…
Fantastisch – manchmal, wenn ich dann doch über soetwas nachdenke, dann schäme ich mich ein Mensch zu sein. Denn im Grunde entblöst man sich selbst als genauso egositisch und keinen Deut besser, nimmt aber mit „geben ihnen…was sie brauchen.“ dies für sich in Anspruch.
Und somit kommen wir zum Fairness-Aspekt in Taras Dahinscheiden. Es hat mit Fairness etwa soviel zu tun wie zu behaupten, der amtierende Papst wäre eine moralische Instanz.
Der alte Spruch: „Wir geben ihnen nicht was sie wollen, sondern was sie brauchen.“, welcher in Hinblick auf den genannten Artikel und das Klischee allem noch Hohn überstülpt, ist leider nur Augenwischerei. Man gibt nicht was andere brauchen, lediglich ein von sich absolut überzeugtes, also egomanisches Wesen, kann das behaupten und wer nicht begreift, dass man nur bekommt was andere in ihrer Güte einem vorwerfen, der muss sein Hirn bereits in der Bild-Zeitung eingewickelt, jenem Drecksblatt, mit dem sie sogar Fisch beleidigen können, wenn sie in darin einwickeln.
Und ja, das war eine Beleidigung, zumindest gegenüber jenen, die sich dessen bewusst sind und trotzdem zu der Whedonschen Aussage stehen, denn das ist ja noch weit schlimmer, etwas zu aktzeptieren, wovon man weiß, dass es nur eine Verarsche ist, denn die laufen nur dem Anführer nach. Gottergebenheit, weil man ja nichts ändern kann. Das mag stimmen, aber es ist Heuchelei sich andereseits in einer freiheitsliebenden, denkenden und selbstbestimmten Welt zu wähnen oder stets zu beteuern, dass dies eine solche wäre.
Ich stehe derweil und sehe mit den Lauf der Lemminge an.
Über alle anderen ist es nur die Wahrheit.
„Ich gebe den Menschen was ich will.“, wäre eine zumindest ehrliche Aussage.
Dahingehend ist Fairness halt eine Frage der Gleichheit und wie immer sind alle gleich behandelt worden als Figuren…nur manche sind halt gleicher.
Das ist leider das Problem, an dem Fiktionen kranken, die sich um eine Figur drehen, quasi einen fiktionalen Monotheismus hochhalten. Seit es einen wahren Gott gibt sind zig Tausende Kriege in dessen Namen geführt und Millionen dafür gestorben.
Ein überzogener Vergleich, denn das eine ist Fiktion, dass andere echt?
Blöde nur, dass Gott im Grunde ebenso eine Fiktion ist.
Und für diese Fiktion sind tatsächlich Menschen gestorben und sterben noch immer.
Man verehrt nur den einen und alles andere ist zweitrangig. Ganz simpel und wenn einer am Wegesrand liegenbleibt ist es Kollateralschaden, denn der eine ist dafür um so wichtiger, womit wir bei der moralischen Frage wären:
Ist ein Leben es wert, es für ein anderes auszutauschen?
Lustigerweise eine Frage, die sich nicht nur für BtVS stellt, sondern auch ganz im realen Leben verankert ist: Opfere ich jemanden, der mir nicht so sehr am Herzen liegt (oder gar nicht), um jemanden zu retten, den ich viel lieber mag – auch wenn letzteres mit Konsequenzen behaftet ist. Ja, Whedon bezeichnete sich als Moralist. Blöderweise verwarf er dabei seine Moral, indem er unmoralisch handelte und damit nicht im Sinne von seine Hauptfigur über eine andere zu stellen, sondern im Umgang mit anderen Menschen, womit wir den Kreis zum Artikel wieder schließen können.
Ergo ist die monotheistische Behandlung einer Figur nichts anderes als eine Bejaung monotheistischen Denkens an sich und wohin das führt, dies habe ich bereits anklingen lassen.
Das zum Thema Moral und so schließt Taras Tod als Figur im allgemeinen, ihren Tod als lesbischer Charakter mit ein…
Jetzt kann man natürlich sagen, dass eine Fixierung auf Tara wiederum nur eine Art des Monotheismus wäre – nein, zumindest nicht Wiccan Ways, auch wenn sie eine zentrale Figur ist, aber ihre Existenz ist wichtig für andere Figuren, für Willow, für Dawn, für Frey & Vesta und auch (in WW) für Faith und umgekehrt.
Wiccan Ways ist eher polytehistisch gelagert und zumindest vom Polytheismus kann man sagen: die haben sich nicht groß gekloppt wegen Religionsstreigkeiten, erst recht nicht intern, denn es sei erwähnt, dass drei der großen monotheistischen Religionen, der Islam, das Judentum und das Christentum miteinander verwandt sind und im Grunde dasselbe, nur in Grün sind.
Das Tara so fix im Streit bzgl. des Sterbenlassens in Wiccan Ways steht und dies immer wieder erwähnt wird, abgesehen davon, dass ebenfalls gesagt wird, dass dies Auswirkungen auf alle anderen hat, hat zu tun mit der Frage, ob man das eine für das andere aufgibt.
Sie für Buffy einzutauschen, das nennt man einen Kuhhandel, der wieder nur dem einem Gott (oder Gottin in diesem Falle) dient. Also ist tara ein Sinnbild für eine der Kernaussagen, zudem steht sie für das Göttliche; für Willow gilt die Frage, wie der Mensch… (das wird noch nicht verraten), für Dawn wie sie mit der Beziehung zu den beiden des weiteren agiert und wie sie sich ihrem Lebenszyklus und ihrerselbs in Gestallt einer bösen Buffy-Version gegenüber stellt, für Faith ist es die Konfrontation mit der Liebe, mit Verwandtschaft und einer Familie, die sie in den anderen findet…
Es gibt nicht nur die eine Geschichte und sie spitzen sich nicht auf eine zentrale Figur zu, sondern sind ein gemeinsames Biotop von Gedankengängen und Überlegungen.
Tara ist für Wiccan Ways nicht einfach nur eine der zentralen, lesbischen Figuren, sondern darüber nunmal das Symbol dafür, unnormal zu sein. Und zu den Losern zu gehören, die das Spiel entscheiden – also letztlich gewinnen. Etwas, wovon sich BtVS selbst immer weiter entfernte, denn die Uncoolen Leute, die die Welt retteten sind am Ende etwas zu cool für den Geist der Serie.
Und Tara (in WW)? Kein Mensch ist so menschlich wie sie.
Darum geht es auch in Wiccan Ways, nämlich nicht einfach den Menschen so zu nehmen wie er ist, sondern darum, dass er besser sein kann. Vielleicht nicht perfekt, sondern besser.
Deswegen gibts in Wiccan Ways auch keinen Weltuntergang – sondern es geht darum, sich seinen Platz im Leben, seine Bedeutung zu erkämpfen, auch wenn man sich selbst eine solche erst schaffen muss. Es geht um Figuren. Es geht um deren Geschichten.
Wiccan Ways versucht zumindest Polytheismus zu sein ….
Und noch ein Wort an Mister deKnight: Ein Versprechen sollte man halten; ihres kommt mir leider etwas zu kurz.
„Tara’s not gonna disappear. She’s part of the show, part of Willow’s life.“ – Whedon – Und das jemanden, dem man sagt, sein Brief wäre mehr wert als 100 Hassbriefe, weil er sich bei Whedon bedankt. – Tja, normal, so ist das Leben… ach, nein, das war ja doch der Mensch.
Und noch ein Link zum Thema; u.a. mit Robert A. Blacks Essays zum Thema ab dem dritten Post, auch zu dem Thema „Verantwortung“, dass ich hier sträflich unterlassen habe zu nennen – die Texte sind allerdings in Englisch. Im nächsten Artikel geht es u.a. um Verwantwortung in Wiccan Ways…
Dahingend ein Zitat vom Kabarettisten Jochen Malmsheimer:
„Flieg Fisch, lies und gesunde!“
Oder schreibe, das hilft auch.
11.17.09
Es geht weiter…. Wiccan Ways 2.05 – Elder
Zwar ist die 4. Episode um das zentrale Duo der Serie, Willow und Tara, noch nicht ganz fertig, doch sollte dies nicht mehr all zu lange dauern.
Um Wartezeiten zu verkürzen hier das Teaser-Plakat zur Episode 2.05 mit dem Titel Elder:
Die Arthus-Saga ist ein zentrales Bild für die Geschehnisse in Wiccan Ways geworden, dem Arthus-Zyklus oder besser dem Zyklus des Schwertes, allein da dieser Zyklus im engen Zusammenhang mit Dawn steht.
Um Dawns Bedeutung für die Geschichte der Jägerin zu erhalten gibt es einen Weg, der vom BtVS-Serienschöpfer bereits vorgelegt wurde, wenngleich seine durchaus wunderbaren Ideen in kompletter Bedeutungslosigkeit für seine Figur verpuffte.
Wer sich um Dawns Bedeutung für die Serie interessiert, wie Whedon sie zu diesem Zeitpunkt sah, der sehe sich die finale Folge der 5. Staffel an und achte auf die Diskussion zwischen Buffy und Giles.
Wer die Fortsetzung der Serie verfolgte wird feststellen, dass der Sinn der Figur leider nicht erhalten wurde und dies war der wohl erzählerisch gravierendste Fehler (egal wie man zur Entwicklung in Season 6 steht), der gemacht wurde.
Ich will nicht versuchen diese Panne auszubügeln, sondern lediglich die Vorgabe von Whedon zu erhalten und aufzugreifen und sie aus meiner Perspektive weiter zu entwickeln.
Giles: „She (Dawn) is not your sister.“
Buffy „Your right. She is more than that… she is me.“
Und dieses „She is me“ ist wohl mit der wichtigste Satz für die Zukunft der Figuren.Was ist der Mensch an sich? Letztlich IST man seine Mutter, IST sein Vater, denn aus ihren Genen stammen wir oder um es mit dem Satz aus Superman zu sagen:
„Aus dem Sohn wird der Vater und aus dem Vater wird der Sohn.“ – abgesehen davon, dass der wie Jürgen Becker einmal sagte „Hitzeschaden der Geschichte“, genannte Monotheismus, für WW keinen solchen Stellenwert hat.
Um noch kurz auf das Plakat zu sprechen zu kommen und den Titel „Elder“: zu sehen ist hier Aishwarya Rai als „Elder“ – was es mit den Elder auf sich hat wird demnächst geklärt.
11.24.08
Wiccan Ways – Episode 2.04 – Angels and Demons
Da es noch ein wenig dauern wird ehe diese Episode online geht und ich schon länger nichts geschrieben habe, ein paar Spoiler und das Promoplakat zur Episode.
Wie man sieht wird ein alter Bekannter wieder auftauchen, doch vorallem im ersten Teil der Episode wird die vorherige Episode „Ripper“ aufgelöst.
Bereits in „Ripper“ erschien Jenny Calender in neuer Gestalt wieder (gemäß dem Motto, dass man keine Figur exakt zweimal in WW so antrifft wie man sie kannte), doch auch Angel wird sich die Ehre geben, wobei seine Rolle noch ein Geheimnis bleiben soll.
In der neuen Episode werden allerdings, neben dem Erscheinen alter Charaktere, ebenso zwei alte Figuren (noch aus BtVS-Tagen) diese nicht überleben und die eigentliche, im Hintergrund schlummernde Gefahr langsam Gestalt annehmen. Nein, es ist nicht Willow, obwohl deren Rolle in der augenblicklichen Situation, der Tatsache, dass sie zu Adam übergelaufen ist, noch nicht gelöst ist. Was das angeht, so wird es im Verlauf der Staffel noch einige Überraschungen geben.
09.23.08
Episode 2.03 – Ripper
Es ist soweit – und lange her, dass ich hier was geschrieben habe, aber nun ist Wiccan Ways Episode 2.03 – Ripper online gegangen.
Am Titel erkennt man mehr als deutlich worum es geht; um den bekanntesten Serienkiller aller Zeiten..und um Giles; die Protagonistin über lange Strecken ist (die kaum beachtete) Kennedy.
Während Willow Besuch von einem Inquisitor bekommt…
05.08.08
Sturm der Lanzen….
… mal etwas von einer anderen Front:
Ist ne Weile her, dass ich über Miniatur-Neuerwerbungen was geschrieben habe (da würde ich sogesehen auch kaum nachkommen mit tippseln), aber die Besonderheiten will ich einmal hervorheben.
Die Cygnar Fraktion aus Warmachine hat es mir am meisten angetan und so ist einiges hinzugekommen – vorgestellt wird hier nur ersteinmal die Einheit der „Storm Lances“, der Dragoonereinheit im Cygnar-Geschwader.
– hier stimmt zumindest einmal die Bezeichnung „gepanzerte Pferde“. Zur Reiterei griff ich aus gutem Grunde:
Denn ich habe ein Auge auf eine der neuen „Legends“-Figuren geworfen (Legends ist die neueste Erweiterung des Tabletop-Spiels Warmachine), nämlich den „Rittmeister“ Major Katherine Laddermore.

So bekommt Cygnar endlich ein weiteres weibliches Charaktermodel – allerdings auch erst im Juni zum stolzen Preis von ca. 30 Euro – ich hoffe mein Händler rechnet die Preise etwas herunter, denn die 1:1 umsetzung von ca. 30 US-$ auf denselben Zahlenwert in Euro ist gelinde gesprochen eine Unverschämtheit.
Allerdings dürfte die fertige Figur mit Bemalung und allem drum und dran, eine Augenweide werden….
Davon ausgehend, dass meine Sammlung, besonders an Cygnar-Modeelen wächst, dürfte wohl alsbald auch ein richtiges Spiel kein großes Hinderniss mehr sein – es gäbe lediglich 2 Haken: 1) hab ich keine Ahnung von den Regeln ^^ und 2) habe ich Zweifel, dass ich es bis zu dem von meinem Händler angedachten Turnier Ende Mai schaffe alle notwendigen Modelle soweit zu bemalen.
04.26.08
Wenn Welten aufeinandertreffen 2
Bereits vor einiger Zeit habe ich einen Artikel zum Thema verfasst – nun hat der Artikel und Diskussion mit einer E-Mail-Bekanntschaft dazu geführt, das Konzept der verschiedenen Fiktionen, welche in WW einfließen, einen Schritt weiterzuführen, als eigentlich geplant.
Die Idee ist simpel und fußt letztlich auch auf BtVS, respektive der letzten Episode der 5ten Staffel der Serie, in der die Dimensionen ineinerflossen als der Schlüssel (Dawn) aktiviert wurde. – Statt dies einfach für erledigt zu erklären, die Tore sind geschlossen und der Schlüssel dahingehend nutzlos, entschied ich bereits früher den Schlüssel/Dawn selbst noch für einsetzbar zu erhalten.
(Unter uns: Wer bitte erschafft einen Schlüssel, der einmel verwendet, gleich zum Wegwerfen ist und vorallem, wieso, nur um eine Göttin die Heimkehr zu ermöglichen und praktisch das Sein an sich damit ins Chaos zu stürtzen? – Zumal es offensichtlich kein Problem war die Tore in Richtung der Menschenwelt zu öffnen, wohl aber eine Göttin, wenngleich gefangen in einem Menschen, nicht dazu in der Lage ist zurückzukehren, dafür aber eine mystische Energie in Gestalt eines Menschen erst finden zu müssen, um Heim zu kehren…) Das Originalkonzept von Dawn, so toll es ist, war, wie vieles andere, nicht zu Ende gedacht und verliehrt sich in Einfallslosigkeit bzw. Nutzlosigkeit (gerade in der Fortführung der Serie – etwas worüber man nicht zu diskutieren braucht, da es, leider, eine Tatsache ist, die man sich allerhöchsten schönreden kann).
Zurück zum Thema: Dawn als Schlüssel bleibt von Bedeutung, aber dass die Endsequenz von BtVS noch von Bedeutung sein würde, hatte auch ich in der Art nicht eingeplant und so kam die Kritik an WW andere fiktionale Charaktere wie Dr. Octavius oder Sir Lee Teabing einzubauen für nicht zu BtVS-gehörend, gerade recht. Nach langer Diskussion darüber, dass jeder Schreiberling dies praktisch macht, nur, besonders bei eigenen Werken die Figuren umbenennt, die er woanders gesehen und für gut befand, sie nach seinen Vorstellungen zu formen, entschloss ich mich das Prinzip der „Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“ in die Tat bzw. als Teil des WW-Universums umzusetzen.
Kurz: die Welten fließen noch immer ineinander – womit Buffys Opfer nur bedingte Tragfähigkeit hat – wenngleich sie nicht vollkommen brachial zusammenkommen, sondern subtil und ohne dass es den Charakteren selbst zunächst auffällt ineinanderfließen und Charaktere aus anderen Welten, die aus Sicht des Buffyverse bestenfalls Fiktion sind, Teil eben dieser Welt werden. – Dass das keiner der Charaktere nachvollzieht ist einleuchtend insofern, als dass alles was geändert wurde nun eben zum Anteil des eigenen Universums wird… es funktioniert ähnlich, als wenn man in der Vergangenheit etwas ändern würde: jedwede Änderung würde nicht einmal derjenige als solche bemerken, da in dem Moment, in dem etwas in der Vergangenheit abgewandelt wurd, bereits Auswirkung auf die eigene Gegenwart hätte … (wie das funktioniert wird in WW selbst noch erläutert.
Somit ist nicht simple Willkür des Autors, weil er unbedingt über diese Figur schreiben wollte, noch Motiv, sondern sich dies zu einem für die Storyline wichtigen Elementen erweitert und damit zum Reglement wird…..
Fortsetzung folgt
03.22.08
„Niemand soll Excalibur tragen außer mir!“


Doch eins nach dem anderen: Klärung bedarf vorallem wohl der Name Excalibur.
In der ursprüngliche Arthussage heißt das Schwert im Stein „Caliburnus“, eine lateinisierte Form des keltischen Caledvwlch, zu Deutsch Hartscharte.
Man muss allerdings bedenken, dass es sich dabei um zwei verschiedene Schwerter handelt, abhängig vom urspürnglichen Quelltext. Laut Wikipedia (was hier einschränkend hinzugesagt sei, denn Wikipedia ist kein Allheilmittel für Wissenshungrige) gibt es in Robert de Borons „Merlin“ ein Schwert im Stein; in Malorys „Suite du Merlin“ erhält Arthus das Schwert von der Dame des Sees, nachdem er sein eigenes zerschlagen hatte.
Im Film „Excalibur“ verschmolz man beide Legenden zu einer und Excalibur wurde von Uther an Arthus weitergegeben , wobei dies vermutlich nicht einmal die erste Verschmelzung von Legenden ist, wie allein die des Heiligen Gral beweist, in der die verschiedensten von orientalischen bis hin zu keltischen Sagen ineinandergreifen.

In „Die letzte Legion“ ist Excalibur das Schwert von Gaius Julius Cäsar , dass vom letzten römischen Kaiser praktisch aus Versehen im Stein landet: die Inschrift im Schwert lautet u.a. „… ensis caliburnus“, woraus, durch Efeu und anderes bedeckt, am Ende des Films ein „E S CALIBUR“ leuchtet.


Selbst in BtVS gibt es ein interpretatroisches Excalibur und auch eine Dame vom See bzw. einen Erben des Schwertes.
In der letzten Episode der 4. Staffel begnet Buffy im Traum, in dem Zimmer mit dem vorbereiten Bett, Tara, die ihr die Karte „Manus“ darbietet.

(Im Kampf gegen den Frankenstein-Dämon Adam wurde Buffy die symbolische Bedeutung der ausführenden Hand, also Manus, zugeteilt, ehe Willow ihren Zauber in die Tat umsetzte. Anm. des Autors: Letzterer deutet im wesentlichen auf den härtesten Kampf der gesamten Serie an, denn es war die Kraft von Tausenden von Jägerinnen nötig, um Adam zu schlagen.).
Die in der Welt an Buffys Stelle zurückgelassene Dawn Summers wurde von ihrer „Schwester“ als „She is me – a part of me“ bezeichnet , vergleichbar Uthers Satz im Film „Excalibur“, der verfügte, dass niemand, außer er selbst Excalibur tragen solle.
Excalibur selbst tritt hier jedoch nicht in Erscheinung, sondern hat lediglich einen symbolischen Auftritt in der Traumsequenz am Ende von Staffel 4 in Form der Karte, was Tara wiederum zur Dame des Sees macht, Buffy zu Uther und Dawn zu Arthur selbst. Natürlich in einem reine interpretatorsichen Rahmen meiner Person, der, und nun kommen wir zu Wiccan Ways, hier weiter umgesetzt werden soll in der Fortsetzung jenes Übergangs von Excalibur auf Dawn.
Dennoch wird Dawn in der laufenden Staffel sich auf die Suche nach eben dieser Waffe machen, dem Schwert im Stein bzw. Excalibur: Ob es sich hierbei um ein und dieselbe Waffe handelt, sei hier noch nicht verraten, nur soviel sei versichert, man darf sich auf eine überraschende Wendung gefasst machen.
In einem späteren Beitrag wird mehr offenbart über bestimmte gedankliche Planungsspiele, die ich betreibe.
02.04.08
Das Rührei-Prinzip
„Man sagt, dass man Rührei nicht wieder ungerührt machen kann.“ (Roboter Vincent in „Das schwarze Loch“)
Um das Thema des letzten Beitrages wieder aufzugreifen, muss auf dieses Prinzip eingegangen werden.
Wiccan Ways basiert inhaltlich auf dem einfachen Gedankengang, dass nichts in der Welt exakt genauso ist wie noch vor 5 Minuten und dieser Zustand nicht wiederhergestellt werden kann. Will heißen: Wenn ich mit diesem Beitrag auch nur halb durch bin, bin ich nicht derselbe Mensch, der ihn begonnen hat.
Die Grundüberlegung ist simpel einfach die, dass jeden Augenblick des Seins allein nur des menschlichen Körpers, dieser sich verändert – Zellen sterben, andere entstehen, Synapsen knüpfen neue Verknüpfungen, Gehirnzellen sterben ab – simpelst ausgedrückt, denn natürlich sind die Vorgänge im menschlicher Körper weitaus komplizierter als z.B. „Es war einmal … das Leben.“ fassen könnte. ^^
Kurz gesagt sind die Dinge in stetiger Veränderung, oder um es alternativ auszudrücken: Nicht die Zeit, sondern wir vergehen.
Doch zum Rührei-Prinzip:
Man nehme ein Ei, Käfig- oder Bodenhaltung ist egal, und eine Pfanne, zerschlage das Ei am Rand und hoffe, dass nicht gleich der gesamte Inhalt aus Eiweiß und Dotter nicht gleich komplett auf die Herdplatte läuft. Rein damit in die Pfanne, Feuer drunter, manch einer fügt eventuell sogar noch etwas Eierschale hinzu und dann hübsch rühren, links oder rechts rum (jeder nach seiner Fasson + Pfeffer + Salz und weiß Gott noch, wer mag).
Ergebnis ist ein halbwegs anständiges Rührei.
Es ist nicht mehr das Gesamtkunstwerk, aus dem in der chinesischen Mythologie das Universum erschaffen hervorging, sondern eine Ei, das Teile seines Ganzen, sprich die Schale, einbüste und ua. seine Konsistenz auf Grund von Feuerzufuhr veränderte. Aber es ist immer noch dasselbe Ei, dass man kurz vorher in der Hand hielt
So, Halbzeit. ^^
Genauso ergeht es zum Beispiel einer der Hauptfiguren in Wiccan Ways, Tara, sie ist sozusagen das Rührei in der Geschichte. Basierend auf einer alten Theorie, Aussagen aus dem inneren Kreis von Mutant Enemy „Eine Version von Tara wird wiedererscheinen….“ und der nachträglichen Aussage hierzu von Serienschöpfer Whedon selbst.
Wozu also diesen Gedanken nicht aufgreifen und auf seine Weise verarbeiten, denn was dem Schöpfer billig gewesen wäre, kann dem Fan nur Recht sein: Tara 1.5 zu kreieren.
Eine neue und zugleich dieselbe Figur in die Geschichte einzufügen und damit die storytechnisch eher lahme Wiederauferstehung a la Jesus C. zu vermeiden, vorallem dann wenn man nicht dran glaubt, so wird zugleich der Tod nicht rückgängig gemacht, gemäß dem Satz „Man kann Rührei nicht wieder ungerührt machen.“ und einfach nur der Microkosmos aus dem kulinarschen Alltagsleben auf den Macrokosmos der Fiktion übertragen. Seinen Prinzipien treu zu bleiben ist oftmals ein riskantes Unterfangen bei der Weiterentwicklung einer Storyline, doch, zumindest sehe ich das so, man wählt entweder den einfachsten aller Wege oder man sieht sich mit den selbst aufgestellten Regeln konfrontiert und muss entsprechend kreativ werden, wenn man diese einhalten will.
An dieser Stelle trennt sich dann der Spreu vom Weizen wie das Eigelb vom Weiß; ob es einem gelingt steht auf einem anderen Blatte, jedoch ist ein Reglement innerhalb einer fiktionalen Welt immer eine Möglichkeit der Herausforderung.
02.03.08
Wenn Welten aufeinandertreffen
Man mag es vielleicht schon gemerkt haben, vielleicht auch nicht, wenn man noch nicht gelesen hat, aber spätestens bei einem Blick auf die Webseite von Wiccan Ways stellt man fest wo sich der Autor bedient hat.
So wie es jeder Autor macht, dem fallen die Ideen nicht vom Himmel in den Schoß, der übernimmt von anderen – meist ist man dabei aber mehr auf die eigenen Verdachtsmomente des Lesers oder Zuschauers angewiesen, woher denn die Idee zum neuesten Film, Buch oder Film kommen mag. Und da gibts oftmals auch verschiedene Interpretationen zu und schnell ist da durchaus schonmal ein aggressiever Tonfall angesagt…
Doch zurück zum Thema: Das Rad kann nicht neu erfunden werden und wer sich in der Buchlandschaft mal umschaut, der wird entdecken, dass es nicht wenige Schriftsteller gibt, die gerne zu Filmen oder Serien, basierend auf Drehbüchern oder eigenen Vorstellungen, die man wieder von wo anders herhat, Romane schreibt.
So ging es in Wiccan Ways genauso und da wurden die Dinge, die man gut fand und über die man in eigener Interpretation schreiben will, größtenteils unverhohlen und direkt übernommen. Wozu etwas umbenennen, ein scheinbar anderes Aussehen verleihen und das dann als was ganz Tolles und Neues an den Mann bzw. den Fan bringen wollen.
Ja, Raider heißt auch Twix. Der Inhalt ist gleich, aber warum die damals den Namen geändert haben hab ich bis heute nicht kapiert.
Offener Plagiarismus oder einfach eine Verbeugung vor dem was gut war, also eine Hommage? Andere plagiieren verdeckt, es ist halt jetzt Twix und wird nicht Raider genannt.
Deswegen lieben Drehbuchautoren vermutlich Romanverfilmungen: Da wird dem Autor ein angemessener Anteil gezahlt und man interpretiert den Roman dann halt auf seine Weise, oftmals ist dann bei den Buchfans das Geschrei groß, aber man musste nichts eigenes erfinden oder das Bestehende komplett neu benennen. Ist doch gut. Okay, es sei denn die Interpretation findet man grauenhaft … dann nehmen sie sich gut in Acht.
Nochmals der Versuch zurück zum Thema zu kommen.
Da fand man die Darstellung von König Theoden durch Bernard Hill einfach so großartig, dass man die Interpretation dieser Figur gerne übernehmen will, ihr einen anderen Background und Namen gibt (sogar ich nenne Raider Twix ^^) und wandelt das dann letztlich doch wieder ein ganzes Stück ab.
So fand man Alfred Molina als Otto Octavius einfach nur toll, dass man eben dieser Figur einen Platz im Pantheon der persönlichen Favoriten einräumt – und so geht es mit Typen wie Zathras aus Babylon 5, den Judges aus Final Fantasy, aber auch historischen Charakteren wie Jack the Ripper oder alten Romanfiguren wie Abraham van Helsing oder Irene Adler, genauso
Sozusagen ist dies das Konzept, dass bereits Alan Moore und Kevin O’Neill mit Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen, bereits verfolgten und das natürlich auch mit direkt entnommenen Zitaten aufgefüllt wird.
Dieses Konzept, als Idee, empfinde ich letztlich als so großartig, dass ich es auf meine Weise nachempfinden wollte und das wird eine Versammlung verschiedener Romanfiguren, von Irene Adler über Professor Moriarty bis hin zu Mylady de Winter noch zeigen.
Es ist viel – zugegeben. Wiccan Ways ist vollgestopft mit Bezügen und einer Unmenge an Charakteren, völlig eigen erfunden und geliehenen und ich würde lügen, wenn ich behauptete immer den totalen Überblick zu haben. Aber es ist spannend, eine echte Herrausforderung und nicht mehr als ein privater Versuch ein Konzept wie Moores mit dem eines J. Michael Straczynski zu kombinieren.
Da muss aber jeder selber herausfinden, ob es ihm gefällt.

