02.04.08

Das Rührei-Prinzip

Veröffentlicht in Wiccan Ways tagged , , , , um 11:51 von jack1603

„Man sagt, dass man Rührei nicht wieder ungerührt machen kann.“ (Roboter Vincent in „Das schwarze Loch“)

Um das Thema des letzten Beitrages wieder aufzugreifen, muss auf dieses Prinzip eingegangen werden.
Wiccan Ways basiert inhaltlich auf dem einfachen Gedankengang, dass nichts in der Welt exakt genauso ist wie noch vor 5 Minuten und dieser Zustand nicht wiederhergestellt werden kann. Will heißen: Wenn ich mit diesem Beitrag auch nur halb durch bin, bin ich nicht derselbe Mensch, der ihn begonnen hat.

Die Grundüberlegung ist simpel einfach die, dass jeden Augenblick des Seins allein nur des menschlichen Körpers, dieser sich verändert – Zellen sterben, andere entstehen, Synapsen knüpfen neue Verknüpfungen, Gehirnzellen sterben ab – simpelst ausgedrückt, denn natürlich sind die Vorgänge im menschlicher Körper weitaus komplizierter als z.B. „Es war einmal … das Leben.“ fassen könnte. ^^
Kurz gesagt sind die Dinge in stetiger Veränderung, oder um es alternativ auszudrücken: Nicht die Zeit, sondern wir vergehen.

Doch zum Rührei-Prinzip:
Man nehme ein Ei, Käfig- oder Bodenhaltung ist egal, und eine Pfanne, zerschlage das Ei am Rand und hoffe, dass nicht gleich der gesamte Inhalt aus Eiweiß und Dotter nicht gleich komplett auf die Herdplatte läuft. Rein damit in die Pfanne, Feuer drunter, manch einer fügt eventuell sogar noch etwas Eierschale hinzu und dann hübsch rühren, links oder rechts rum (jeder nach seiner Fasson + Pfeffer + Salz und weiß Gott noch, wer mag).
Ergebnis ist ein halbwegs anständiges Rührei.
Es ist nicht mehr das Gesamtkunstwerk, aus dem in der chinesischen Mythologie das Universum erschaffen hervorging, sondern eine Ei, das Teile seines Ganzen, sprich die Schale, einbüste und ua. seine Konsistenz auf Grund von Feuerzufuhr veränderte. Aber es ist immer noch dasselbe Ei, dass man kurz vorher in der Hand hielt

So, Halbzeit. ^^

Genauso ergeht es zum Beispiel einer der Hauptfiguren in Wiccan Ways, Tara, sie ist sozusagen das Rührei in der Geschichte. Basierend auf einer alten Theorie, Aussagen aus dem inneren Kreis von Mutant Enemy „Eine Version von Tara wird wiedererscheinen….“ und der nachträglichen Aussage hierzu von Serienschöpfer Whedon selbst.
Wozu also diesen Gedanken nicht aufgreifen und auf seine Weise verarbeiten, denn was dem Schöpfer billig gewesen wäre, kann dem Fan nur Recht sein: Tara 1.5 zu kreieren.
Eine neue und zugleich dieselbe Figur in die Geschichte einzufügen und damit die storytechnisch eher lahme Wiederauferstehung a la Jesus C. zu vermeiden, vorallem dann wenn man nicht dran glaubt, so wird zugleich der Tod nicht rückgängig gemacht, gemäß dem Satz „Man kann Rührei nicht wieder ungerührt machen.“ und einfach nur der Microkosmos aus dem kulinarschen Alltagsleben auf den Macrokosmos der Fiktion übertragen. Seinen Prinzipien treu zu bleiben ist oftmals ein riskantes Unterfangen bei der Weiterentwicklung einer Storyline, doch, zumindest sehe ich das so, man wählt entweder den einfachsten aller Wege oder man sieht sich mit den selbst aufgestellten Regeln konfrontiert und muss entsprechend kreativ werden, wenn man diese einhalten will.

An dieser Stelle trennt sich dann der Spreu vom Weizen wie das Eigelb vom Weiß; ob es einem gelingt steht auf einem anderen Blatte, jedoch ist ein Reglement innerhalb einer fiktionalen Welt immer eine Möglichkeit der Herausforderung.

02.03.08

Wenn Welten aufeinandertreffen

Veröffentlicht in Wiccan Ways tagged , , , , um 7:05 von jack1603

Man mag es vielleicht schon gemerkt haben, vielleicht auch nicht, wenn man noch nicht gelesen hat, aber spätestens bei einem Blick auf die Webseite von Wiccan Ways stellt man fest wo sich der Autor bedient hat.

So wie es jeder Autor macht, dem fallen die Ideen nicht vom Himmel in den Schoß, der übernimmt von anderen – meist ist man dabei aber mehr auf die eigenen Verdachtsmomente des Lesers oder Zuschauers angewiesen, woher denn die Idee zum neuesten Film, Buch oder Film kommen mag. Und da gibts oftmals auch verschiedene Interpretationen zu und schnell ist da durchaus schonmal ein aggressiever Tonfall angesagt…

Doch zurück zum Thema: Das Rad kann nicht neu erfunden werden und wer sich in der Buchlandschaft mal umschaut, der wird entdecken, dass es nicht wenige Schriftsteller gibt, die gerne zu Filmen oder Serien, basierend auf Drehbüchern oder eigenen Vorstellungen, die man wieder von wo anders herhat, Romane schreibt.

So ging es in Wiccan Ways genauso und da wurden die Dinge, die man gut fand und über die man in eigener Interpretation schreiben will, größtenteils unverhohlen und direkt übernommen. Wozu etwas umbenennen, ein scheinbar anderes Aussehen verleihen und das dann als was ganz Tolles und Neues an den Mann bzw. den Fan bringen wollen.
Ja, Raider heißt auch Twix. Der Inhalt ist gleich, aber warum die damals den Namen geändert haben hab ich bis heute nicht kapiert.

Offener Plagiarismus oder einfach eine Verbeugung vor dem was gut war, also eine Hommage? Andere plagiieren verdeckt, es ist halt jetzt Twix und wird nicht Raider genannt.
Deswegen lieben Drehbuchautoren vermutlich Romanverfilmungen: Da wird dem Autor ein angemessener Anteil gezahlt und man interpretiert den Roman dann halt auf seine Weise, oftmals ist dann bei den Buchfans das Geschrei groß, aber man musste nichts eigenes erfinden oder das Bestehende komplett neu benennen. Ist doch gut. Okay, es sei denn die Interpretation findet man grauenhaft … dann nehmen sie sich gut in Acht.

Nochmals der Versuch zurück zum Thema zu kommen.
Da fand man die Darstellung von König Theoden durch Bernard Hill einfach so großartig, dass man die Interpretation dieser Figur gerne übernehmen will, ihr einen anderen Background und Namen gibt (sogar ich nenne Raider Twix ^^) und wandelt das dann letztlich doch wieder ein ganzes Stück ab.
So fand man Alfred Molina als Otto Octavius einfach nur toll, dass man eben dieser Figur einen Platz im Pantheon der persönlichen Favoriten einräumt – und so geht es mit Typen wie Zathras aus Babylon 5, den Judges aus Final Fantasy, aber auch historischen Charakteren wie Jack the Ripper oder alten Romanfiguren wie Abraham van Helsing oder Irene Adler, genauso

Sozusagen ist dies das Konzept, dass bereits Alan Moore und Kevin O’Neill mit Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen, bereits verfolgten und das natürlich auch mit direkt entnommenen Zitaten aufgefüllt wird.
Dieses Konzept, als Idee, empfinde ich letztlich als so großartig, dass ich es auf meine Weise nachempfinden wollte und das wird eine Versammlung verschiedener Romanfiguren, von Irene Adler über Professor Moriarty bis hin zu Mylady de Winter noch zeigen.
Es ist viel – zugegeben. Wiccan Ways ist vollgestopft mit Bezügen und einer Unmenge an Charakteren, völlig eigen erfunden und geliehenen und ich würde lügen, wenn ich behauptete immer den totalen Überblick zu haben. Aber es ist spannend, eine echte Herrausforderung und nicht mehr als ein privater Versuch ein Konzept wie Moores mit dem eines J. Michael Straczynski zu kombinieren.

Da muss aber jeder selber herausfinden, ob es ihm gefällt.